Im Unterschied
zur vollendeten Entwicklung des Menschen über den Geist ist die seelische
Medialität die bislang vorherrschende Art des "inneren Wortes"
ohne den eigenen Geist, d.h. weitgehend aus der Seele.
Je demütiger
ein Medium ist, desto lichtere unfreie Geister werden angezogen. Derartige
"Kundgaben" können ganz der Wahrheit gemäß dem Entwicklungsstand
des Geistes, entsprechen, es mangelt ihnen aber an wahrer Liebe und somit
Leben; sie können im schlimmsten Fall bis zu Angst und Bedrängung
reichen.
Ein Kennzeichen der seelischen Medialität kann z.B. das Schließen der Augen sein, weil eine gewisse Konzentration notwendig ist, die der wahre Prophet nicht benötigt. Es besteht ein mehr oder weniger krasser Unterschied zwischen der persönlichen Meinung (z.B. Vorhersagen) und dem geoffenbarten Wort. Die Vorhersage von Ereignissen muß zwangsläufig im Bereich der Glücksache bleiben. In diesem Bereich sind auch die vielfältigen unechten Zweite-Gesicht-Erscheinungen wie die sog. Bayrischen Seher (Irlmeier, Waldviertler etc.) bis zu Trance-Medien wie Edgar Cayce angesiedelt.
Die sog.
"Vaterworte"
der "Vater-Medien", die den göttlichen Kundgaben täuschend ähnlich
sind, können nur von unreinen Geistern stammen, weil ihnen die göttliche
Reinheit fehlt (z.B. jl.ev08.144,09) und sie daher in Satans Diensten stehen.
Sie werden zur Prüfung zugelassen.
Im besseren
Fall meint der Geist in seinem Eigenwillen, dem inkarnierten Menschen durch
seine eingelegten Worte etwas gutes zu tun. In jedem Fall ist das Medium
ein bisweilen unbewußtes Opfer. Es ist in der Liebe tätig, jedoch
nicht im Willen des VATERs, sondern mehr oder weniger stark im Eigenwillen.
Wenn es
die reine, wahre Liebe wäre, würden diese Geister dem Menschen
in der Tatliebe dienen und sich nicht vor Menschengruppen setzen und "Kundgaben"
von sich geben, um so noch mehr Seelenschläfer (d.h.
geistige Trägheit und Übersättigung) hervorzubringen.
Da sie
es aber nicht im Willen des Vaters tun, kann es nur Eigenwille,
kein reines selbstloses, uneigennütziges Dienen, sondern der Hochmut
der Geister sein. Ein großes Problem scheint dabei zu sein, dass
solche Medien trotzdem glauben und es immer wieder beteuern, unmittelbar
göttliche Vaterworte zu empfangen. Weil immer gleiches sich anzieht,
fehlt solchen Medien möglicherweise der Vergleichsmaßstab, wenn
sie nicht ganz starke Selbstkritik üben und als oberstes Ziel
das starke Bestreben haben, die reine Wahrheit und Liebe des Vaters im
Dienen zu verkünden. Sie spiegeln sich dann in ihrer eigenen Größe,
z.B. auch darin, sich "von Swedenborg und Lorber unabhängig gemacht"zu
haben, um ihre angebliche Größe und Eigenständigkeit unter
Beweis zu stellen!
Wenn
allerdings die Grundlage des Lorber-Werkes in weiten Teilen als falsch
angesehen wird, deutet das darauf hin, dass ein elementares ,Mißverständnis'
vorliegen muß und es sich nur um mediale Kundgaben aus dem seelischen
Ich durch dementsprechend angezogene Geister und nicht aus dem eigenen
Geist handeln kann. ,Vaterworte' aus dem Gottesfunken sind nicht möglich,
weil diese nur durch Einwirken des Hl. Geistes über den entsiegelten
Geist gegeben werden. Da es der eigene Wille ist, muß
der Vater es wegen der Beachtung des freien Willens zulassen.
In ähnlicher
Weise aus dem eigenen Willen, also seelisch-medial, können die sog.
Mutter-Gottes-Erscheinungen
gesehen werden, bei denen unreife Geister sich als Maria ausgeben.
Eine
ähnliche Form von eigenwilligem LIEBEHEROISMUS finden wir u.a.
in der Abgötterei des Buddhismus der so gerne als fremdländisches
Vorbild für abendländische Christen dargestellt wird. Demgegenüber
geht es um vollkommene Willensidentität mit dem VATER, denn
allein
JESUS weiß, was unserer Seele zur Heilung am Nützlichsten ist.