Im Falle schriftlicher Weitergabe von Offenbarungen entspricht die Rolle eines Verlegers der Rolle eines Dolmetschers, Predigers oder Schrifterklärers im mündlichen Bereich. Folglich umfasst die nächste Mahnung zum ernsthaften, wahrheitsgemäßen Umgang mit seinem Offenbarungswerk auch alle, die mit der schriftlichen oder mündlichen Weitergabe von göttl. Worten zu tun haben:
gm.pred.026,26] "Daher prüfet euch wohl! Bedenket: Ich treibe keinen Scherz mit euch und will auch nicht, daß ihr mit Mir nur so gelegentlich verhandelt, wie es euch gerade genehm ist!"
Was Jesus Lorber, Mayerhofer u.a. durch das 'innere Wort' ausführlich und detailgenau diktierte, sollte nach seinem Willen nicht nur inhaltlich unverfälscht, sondern auch formal möglichst originalgetreu gedruckt und vertrieben werden:
gm.pred.012,13] "Einzelnen von euch gab Ich die Fähigkeit, Meine Stimme direkt in ihrem Innern zu vernehmen, damit Meine eigentliche Lehre, wie Ich sie für das ganze Universum als ewig bleibend aufgestellt habe, nicht wieder verfälscht und anders ausgelegt werde, als Ich sie während Meines Erdenwandels Meinen Jüngern gegeben habe."
Wenn man bedenkt, daß jede inhaltliche oder formale Textveränderung von Originalen zwangsläufig entsprechende Veränderungen in Zitaten und in allen Übersetzungen nach sich zieht, ist die Übereinstimmung einer Veröffentlichung mit dem Original eine unverzichtbare und unumgängliche Basis. Andernfalls bauen alle Folgewerke auf Treibsand, der früher oder später das ganze Gebäude erschüttern und letztlich zum Einsturz bringen wird.
Nur jenen Interessenten sollten Jesu tiefgehende Lehren mitgeteilt werden, die ein echtes Interesse daran haben und für die Wahrheit motiviert sind, d.h. ernsthaft nach ihr suchen. Materialistisch-hedonistisch eingestellte Menschen sind offensichtlich keine geeignete Zielgruppe.
Inhaltsveränderungen oder Textvorenthaltungen, die aus materiellen Motiven oder aus falscher Rücksichtnahme auf andersgerichtete politische oder konfessionelle Ansichten vorgenommen werden, dürften dem o.a. 'böswillig' gleichwertig sein. Freilich gesteht Jesus auch diesbezüglich Willensfreiheit zu, weist aber auf die Konsequenzen hin:
jl.him1.080,06] Ich lege der Welt keine Hindernisse in den Weg und lasse sie wandeln ihre Schlammwege; aber das sage Ich: Den Spötter werde Ich stürzen in die Gräber der Finsternis, den Verächter strafen mit dem plötzlichen Tode, und wer da wird aufhalten wollen Meine Schritte, der wird zerquetscht werden gleich einem Wurme. Wer aber aus zeitlichem Interesse Meine Wege mit vernichtenden Augen ansehen wird, den wird Mein Blick vernichtend fressen, und da soll ein (blinder) Teufel eher Gnade finden als ein solcher Satansbruder!
07] Einst trat Ich als Bettler arm und schwach auf die Erde und wurde gekreuzigt. Nun komme Ich als starker Held und Mein Gericht mit Mir! Wer Mich ergreifen wird mit Liebe, der wird leben ewig; wer aber auch nur einen Finger gegen Mich kehren wird, der soll gekreuzigt werden im Feuer Meines Grimmes!
08] Das sei euch eine sichere Urkunde aus Meinem Munde, daß ihr nichts zu besorgen habt. Denn jetzt nehme Ich jeden auf, zu dem Ich komme und der Mich aufnimmt. Wer da hören wird Meine Stimme, der wird leben; der Taube aber wird zugrunde gehen."
Auch eine sprachlich ungefällige, ungewöhnliche oder provozierende Form von göttl. Offenbarungen hat lt. Jesus ihren tieferen Sinn und bezweckt bewußt etwas: "Ich will ja, daß die Welt sich an Mir stoßen und ärgern solle -, sie soll Mich nicht erkennen, ehe Ich es will, und (ehe) Ich sie für Mein Kommen vorbereitet habe.
Solange noch -usserlichkeiten die Meinen von mir trennen, sind sie auch nicht wert (reif) - Mein (direktes neues) Wort zu hören, -- darum soll sich immerhin stoßen an Mir - wer sich stoßen will, - wer mich ennt und Mich liebt, der stösst sich nicht an dem, was menschlich ist, und Ich es zuließ, damit die Welt Mich nicht erkenne - vor der Zeit; denn würde sie Mein Wort hören und dennoch nicht daran glauben, so wäre sie schon gerichtet und fände den Tod in Meiner Lehre, die doch das Leben verkünden soll! -
Und sehet, wie Ich zur Zeit, als Ich auf Erden wandelte, deren wegen, die nicht an Mich
glauben, in Gleichnissen sprach, damit sie sich an Mir ärgern sollten und Mir den Rücken kehren, so ist auch nun
dies Mein Wort der Welt ein unverständlich Rätsel, das all ihre Weisheit nicht zu lösen vermag, weil Ich es also
will! --
Das Holprichte ist darum, daß sich die Welt dran stoße, und ihr aber stehen bleibt und
nachdenkt im Herzen über den Sinn Meiner Worte und aufnehmt in euch den Geist und die reine Wahrheit, nicht aber
das glattgeschliffene Wort.
Das sage Ich dir, Mein Kind, auf deine Fragen, aber auch euch allen, die ihr mit gleichen
Leiden behaftet seind - leiblich wie geistig, - und geben euch Allen Meinen Segen! Amen!"
Jesus weist nicht nur darauf hin, dass ungebräuchliche Worte oder dem 'Schreibknecht' Lorber unbekannte Worte nicht aus dem Sprachschatz oder Unterbewußtsein von Lorber stammen, sondern auch, dass seine wörtlichen Diktate bald vollendet werden sollen, um der Welt zur Kenntnis zu gelangen.
Allenfalls geringfügige orthografische Fehler, Flüchtigkeitsfehler oder Kommafehler u.ä. Interpunktionsfehler dürfen also redaktionell bereinigt werden! Was aber sonstige -nderungen im betroffenen Gedicht 'Der Engel' (enthalten in 'Psalmen und Gedichte') betrifft, sind folgende Hinweise Jesu unmissverständlich:
"aber wer es da wagen würde, auch nur ein Wort zu versetzen oder einen besseren Reim zu suchen oder irgendeinen abgängigen Fuß unnotwendig zu suchen, den werde Ich mit ärgerlichen Augen ansehen.
Suchet nicht das Wort im Sinne, sondern den Sinn im Worte, wollt ihr zur Wahrheit gelangen; denn im Geiste ist die Wahrheit, aber nicht in der Wahrheit der Geist, was unmöglich sein könnte, da der Geist frei ist und jeder Regel vorrangig, Wahrheit aus sich schöpfen lassend. Da ihr das schon sogar von euren Genies sagt, warum sehet ihr hernach Meinen Geist mit gar kritischen Augen an, als wenn euch ein Schulknabe irgendein schlechtes Pensum gegeben hätte zur Korrektion?! - Daher, so jemand glaubt, Ich tauge mit dem Kleide nicht in die Welt, der behalte Mich daheim; es wird aber jedem verdienstlicher sein, Meiner Schrift eine aus ihr entnommene Regel hinzuzufügen als eine Weltkritik, - denn viel seliger ist Geben als Nehmen! Dieses versteht wohl! Amen."
Nun könnte evtl. eingewendet werden, dieses Verbot von Wortumstellungen, Reim'verbesserungen' oder ähnliche redaktionelle Veränderungen würden nur dieses Gedicht bzw. Gedichte und Reime betreffen. Weitere Ausführungen zeigen, daß dieses Gebot bzw. Verbot durchaus allgemein für Jesu Neuoffenbarungen gilt.
Anhand der sprachlichen Bemerkungen über das Gedicht 'Der Engel' in den 'Psalmen und Gedichten' (1898, 2. Aufl., S. 136) läßt sich beweisen, daß die von Carl Leitner zunächst beanstandeten sprachlichen Fügungen und Ausdrucksweisen nicht nur im Gedicht 'Der Engel' auftreten, sondern auch im übrigen Lorber-Werk. Dieser Beweis wird im folgenden geführt.
Beispiel: jl.hag1.046,21: "Und (Ich) werde zum dritten Male vielfach kommen ..." Auch alle weiteren 'Ich' in diesem Vers sind weggelassen.
jl.hag1.059,10: "O Väter, da irret ihr euch gewaltig, und (es) ist nicht also!"
Beispiel: jl.hag1.097,01: "sondern begann alsobald folgende Rede gleich einem Selbstbekenntnisse an von sich zu geben".
C. Leitner fragt, wozu das "an" bei "zu reden an" gehört, da man sagt, "anzureden", und bekommt folgende Antwort: "Das 'an' ist hier ganz am Rechtungsplatz und gehört erklärend zum 'begonnen' und nicht zum 'reden'. O, saget nicht, daß ihr Deutsche seid, denn ihr versteht eure Muttersprache nicht. Wohlverstanden!"
C. Leitner fragt, warum das 'an' oft ausgelassen wurde und bekommt folgende Antwort: "O nein, es ist nicht weggelassen, weil es wirklich der größte Unsinn wäre, wenn es dabei oder irgendwo getrennt stände, da sich eigentlich die Liebe fangen (aber ja nicht anfangen) in der Demut muß, bevor sie lebensrege wird! Denkt doch ein wenig nach, und eure Fragen müssen euch ja vorkommen, als wenn ihr lauter Fratzen wäret.- Wohlgemerkt!"
Und an anderer Stelle: "Kann man sich anfangen? - Wohl aber kann sich der Mensch selbst fangen oder gefangen nehmen. Wohlverstanden!"
C. Leitner beanstandet ein solches weggelassenes 'zu' und bekommt u.a. folgende Antwort: "'zu' aber bloß als ein Infinitvpartikel zu gebrauchen, ist eine angewohnte Narrheit. Wohlverstanden!" (nicht etwa 'zu gebrauchen'!)
Auf die Frage: "Warum ist 'Scham' männlich gebraucht, oder ist es ein Fehler, kam folgende Antwort: "Fürs erste, Meine Gestrengen, habe Ich Mir die Freiheit genommen, es männlich zu gebrauchen, da ihr schon sagt, so ein Mädchen reif ist geworden, sie sei mannbar; warum sagt ihr nicht, sie sei weibbar? Da sich das Mädchen vorzüglich nur vor Männern schämt und vor Weibern nur ihrer Männlichkeit wegen, so ist füglich die Scham das Männliche im Weibe, die sie darnieder drückt, so sie sich erheben wollte. Wohlverstanden! - Beim Manne aber ist es aber darum weiblich und heißt die Schande.- Wohlgemerkt!"
Wenn seine Offenbarungen schon wörtlich diktiert wurden - was selbst biblischen Propheten nur relativ selten zuteil wurde! - sollte die Ehrfurcht und die Wertschätzung seiner Worte es als selbstverständlich erscheinen lassen, daß man auch jene Richtlinien einhält, die zur formalen Verwaltung und Weitergabe zugleich mitgeteilt und veröffentlicht wurden.
Der 'Materie huldigt' , wer z.B. die Verbreitung von Neuoffenbarungen vor allem aus finanziell-materiellen Motiven vornimmt.
Dem materiellen Weltgeist bzw. Jesu Gegner dient, wer Jesu Worte aus weltlichen oder irrigen Gründen verändert oder gar im Inhalt verfälscht.
Sicherlich noch weniger in Jesu Sinne ist es, wenn ein Lehrer, Prediger, Missionar, Schriftsteller oder Verleger neben Jesu Offenbarungen solche Inhalte oder Praktiken anpreist und verbreitet, die antichristliches, wahrsagerisches und magisch-höllisches Gedankengut und Praktiken enthalten bzw. vertreten. Das wäre bzw. ist aus geistiger Sicht die schlimmste und in jeder Hinsicht folgenschwerste Art von Dienst für zwei Herren, weil jede Abgötterei dem Werke Gottes=Jesu völlig entgegenarbeitet. Jeder Segen wird solchem Dienst für zwei Herren entzogen. Nach biblischen Aussagen bringt dies alle jene Folgen - u.a. für die Nachkommen bis in die vierte Generation - mit sich, die als Konsequenzen von Aberglauben, Abgötterei und Götzendienst im 5. Mose,28, 15 ff.ausführlich geschildert sind und bis heute gültig sind.
Da nach Jesu Willen vor allem 'Ungläubige' bzw. 'Falschgläubige' und 'Verirrte' die Zielgruppe der Neuoffenbarung sein soll, finden sich in Neuoffenbarungskreisen viele Anhänger und Glaubensverbreiter, die aus esoterischen Kreisen zur NO gekommen sind. Sie gehören daher oft zu jenen, die zuvor nicht selten zu Wahrsagern, Astrologen, Medien, Gesundbetern, Rutengängern, Pendlern, esoterischen, spiritistischen und östlichen Gruppen etc. gegangen sind und ihren Lehren Gehör schenkten bzw. okkult-magische Praktiken ausübten oder noch ausüben. Meist ohne es zu wissen oder nur zu ahnen, betrieben sie dadurch intensive Abgötterei und meinen, auf einem Lichtweg zu sein. Sie und alle Diener zweier Herren warnt Jesus, daß sie seine Lehre nicht nur als weitere Wissenskostprobe lediglich oberflächlich prüfen oder bewerten sollen: gm.pred.026,09] Ein " so gleichsam nur Liebäugeln mit Mir ist von keinem Wert und Nutzen, sondern daß man entweder sich Mir ganz ergeben oder in der Folge der Welt verfallen muß".
Ein Nebeneinander so verschiedener Richtungen, Inhalten und Herren wie z.B. Wahrsagerei und in jeder Form von Magie (wie dies in der Esoterik üblich ist) wird weder von Jesus noch von Satan als seinem Gegenspieler auf die Dauer geduldet. Eine klare Entscheidung für eine der beiden polaren Seiten ist unumgänglich, weil dies beide Herren nicht anders gestatten.
Wer in Satans Reich durch Aberglauben und Abgötterei geräte bzw. ihm bewußt oder unbewußt dient, wird nie inneren Frieden und Ruhe finden und die eigenen Fehler oder Versäumnisse auf andere projezieren: gm.pred.026,10] "Überall werden sie Ruhe und Frieden suchen, alles anklagen, Mich, die Natur, die Verhältnisse oder das Schicksal, wie sie es nennen werden; aber nur sich selbst werden sie als Urheber ihres eigenen Unglücks nie erkennen wollen. So wird ihr Schicksal sein: kein Tröster, kein Friedensstifter wird zu ihnen kommen können, weil sie nicht begreifen, daß er nicht von außen hinein, sondern nur von innen heraus den Frieden herstellen kann."
Unerlässliche Schritte, um frei zu werden und wieder innere Ruhe und Frieden zu finden: Einsicht in die begangenen Fehler und Bindungen; ernsthafte Reue vor Gott; Bitte um Vergebung; konsequentes Unterlassen aller Abgöttereien; Vernichtung aller entsprechenden Schriften, Talismane, Amulette, Kultgegenstände etc.; Wiedergutmachung von Schäden; Korrekturen von Lügen und Verfälschungen zur Wiederherstellung der Wahrheit; bewußte Absage und Bitte um Befreiung aus den Bindungen an Satans Reich.